ca. 512 S. geb. mit Schutzumschlag 23,5 x 31,2 cm
ET:
21.03.2011
EAN: 978-3-86539-225-1
Artikelnummer: 00286
Dantes Komödie, von Boccaccio die „göttliche“ genannt, steht an der Schwelle von Mittelalter und Neuzeit. Die auf der imaginären Bühne dieser epischen Dichtung entfalteten Allegorien totalisieren eine Welt, die ihrer abschließenden Deutung harrt. Seine Komödie enthalte nicht weniger die Wahrheit als das Buch der Bücher. Doch diese Wahrheit bleibe dem Leser wie auch dem Autor selbst verborgen, man könne sich ihr nur annähern. So jedenfalls resümiert Dante an anderer Stelle die Grundprinzipien zeitgenössischer Bibelexegese: die Lehre vom vierfachen Schriftsinn. Selbstbewusst erkennt Dante darin auch den Schlüssel für die Lektüre seiner Komödie. Der Philologe Dante fordert die Philologen heraus, weshalb auch hier das Wagnis unternommen wird, die verschollene Übertragung eines großen Gelehrten des 19. Jahrhunderts zugänglich zu machen. Die Arbeit von Karl Bartsch (1877) erschließt wichtige Bedeutungsschichten des Werkes und dokumentiert damit zugleich eine wichtige Epoche philologischer Forschung. Dante hatte die Bühne eröffnet für eine Komödie, an deren „Aufführung“ über Jahrhunderte hinweg seine kreativen Leser – Theologen, Philosophen, Literaten und Künstler – mitgewirkt haben. Eines der schönsten Beispiele hierfür sind die Illustrationen von Botticelli.
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Dante Alighieri (1265 in Florenz - 1321 in Ravenna) war Dichter und Gelehrter. Seine in florentischer Sprache verfasste Dichtung trug nicht nur entscheidend zur Durchsetzung des Italienischen als eine der großen romanischen Literatursprachen bei, sondern auch zur Emanzipation der Volkssprache überhaupt gegenüber dem Lateinischen.
Karl (Friedrich Adolf Konrad) Bartsch (1832 in Sprottau - 1888 in Heidelberg) gründete 1855 in Rostock das erste Germanistische Institut in Deutschland; ab 1871 lehrte er in Heidelberg germanische und romanische Philologie.
Till R. Kuhnle, Dr. phil. habil., lehrt derzeit Romanische Literaturwissenschaft an der Universität Münster, zuvor Lehrtätigkeit an mehreren deutschen und französischen Hochschulen, u.a. als visiting professor für vergleichende Literaturwissenschaft an der Université du Littoral.