ca. 500 S. geb. mit Schutzumschlag 12,5 x 20 cm
ET:
20.09.2010
EAN: 978-3-86539-245-9
Artikelnummer: 00306
Arthur Schopenhauer (1788 – 1860) ist eines der eindrucksvollsten Beispiele dafür, dass sich Philosophie nicht auf Universitätsphilosophie beschränken lässt. Im Anschluss an Kant, für dessen einzig legitimen Thronerben er sich hält, legt er völlig unbeeindruckt durch die Fortschritte, welche die Philosophie seit Kant getan hat, als Dreißigjähriger sein Hauptwerk vor: „Die Welt als Wille und Vorstellung“, um den Rest seines Lebens an dessen Erweiterung, Vertiefung und Kommentierung zu arbeiten. Erkenntnistheorie, Metaphysik, Ethik und Ästhetik sind die thematischen Schwerpunkte dieses systematischen Entwurfes, der als ein organisches Ganzes aus der Explikation des einen Grundgedankens hervorgeht: die Welt ist die Selbsterkenntnis des Willens. Dass sich sein Denken in Selbstverleugnung und Weltüberwindung vollendet, zeigt Schopenhauer als Antipoden jenes der abendländischen Philosophie immanenten Optimismus, der in Leibnizens Lehre von der besten aller möglichen Welten beredten Ausdruck gefunden hat. Die Aufgabe, vor die wir angesichts der im Rahmen der europäischen Geistesgeschichte singulären Erscheinung gestellt sind, hat Kuno Fischer hat in der Vorrede zur 2. Auflage (1897) seines Schopenhauer-Buches, das hier um eine Einführung und aktuelle Literaturhinweise erweitert, erneut vorgelegt wird, treffend formuliert: „Wenn man den Philosophen richtig zu verstehen und zu beurteilen vermag, was freilich etwas schwieriger ist, als seine Schriften zu lesen und zu loben, so wird die Beschäftigung mit ihm nicht bloß blühen, sondern auch Frucht tragen. Von Schopenhauer ist mehr zu lernen als von ‚Zarathustra’“.
Kuno Fischer (1824 – 1907) legt in seinem Schopenhauer-Buch, das hier um eine Einführung und aktuelle Literaturhinweise erweitert, erneut vorgelegt wird, „die Geschichte des jüngsten und letzten Philosophen“ der großen, unmittelbar von Kant ausgehenden Periode des Denkens vor. Wer Schopenhauer als Philosophen begegnen will, steht vor der Herausforderung einer kritischen Aneignung seines Denkens und wird in Fischers Gesamtdarstellung, in der detailreichen, gelehrten und anschaulichen Nachzeichnung des Lebens, der Werke und der Lehren des Philosophen den Schlüssel und roten Faden zu ihrer Bewältigung finden.
Die Herausgeber: Dr. Werner Woschnak, Lehrbeauftragter an der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft der Universität Wien, Forschungsschwerpunkte: Praktische Philosophie, Ethik, pädagogische Anthropologie, philosophische Probleme der Biologie, Förderungspreis für Wissenschaft des Landes Kärnten 1990. Dr. Maria Woschnak, Lehrbeauftragte an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, Forschungsschwerpunkte: Tierethik, praktische Philosophie, Naturphilosophie, Wissenschaftstheorie.